K5 Recap - Channables Eindruck von der Konferenz über den online Handel von morgen - Channable
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K5 Recap – Channables Eindruck von der Konferenz über den online Handel von morgen

Juli 12, 2018

Die K5 weckte unser Interesse schon früh mit ihrem vielversprechenden Programm aus Vorträgen und Speeches von großen Namen wie Zalando, Amazon, Adidas und About You. Mit hohen Erwartungen also sind wir nach Berlin gereist und haben die K5 genauer unter die Lupe genommen.

K5 Recap – Channables Eindruck von der Konferenz über den online Handel von morgen

Die K5 Future Retail Conference trifft mit ihren Themen den Nerv der Zeit. Schaut man genauer hin, fallen 2018 vor allem folgende Schwerpunkte ins Auge:

– Natürlich die Entwicklung von innovativen Strategien, um die Märkte von morgen zu erobern.
– Die Mühen und Chancen von kleinen Webshops im Battle mit den großen Playern.
– Kunde ist König. Kundenbindung, CRM, Customer Engagement, Customer Obsession.
– Anpassungen an neue Technologien: Die besten Shopsysteme, automatisierte Datenintegration und für jeden gilt “mobile thinking”.
– Alle möglichen Tipps und Tricks für Handeltreibende im E-Commerce und rund ums digital marketing.
– Und dann noch: die Schweiz.

Die Schweiz wurde als lukrativer Markt entdeckt, aber inwiefern müssen Unternehmen umdenken, um in der Schweiz online verkaufen zu können? Welchen rechtlichen, amtlichen und kulturellen Stolpersteinen begegnet ein Händler bei einer Ausbreitung in die Schweiz?

Nicht ganz so abgelegen: Der Schweizer Markt

Dr. Stefan Fraude von Digitec Galaxus hat zu genau diesem Thema einen Talk auf der Future Retail Stage gehalten. Der mit Abstand größte Marktplatz in der Schweiz hat bislang keine großen inländischen Konkurrenten. Digitec Galaxus stellte sich vor und kündigte bereits an, bald starten sie in Deutschland. Den Starttermin wollten die Herren von Digitec Galaxus zwar noch nicht verraten. “Wir kommen nach Deutschland, aber in Babyschritten. Erst heisst es noch üben, lernen, üben, lernen und wenn wir alles über den deutschen Markt wissen, dann starten wir auch mit mehr Produkten”.

Wie sieht’s in die andere Richtung aus? Wie können deutsche und europäische Händler ihre Produkte in der Schweiz anbieten? Digitec Galaxus verspricht einen einfachen Prozess, trotz gewissen Hürden an der Grenze. Wenn saubere EANs und genaue Gewichtsangaben mitgeliefert werden, sei die Lieferung in die Schweiz kein Problem.
Genauere Infos über online Retail-Möglichkeiten in der Schweiz und über das Potenzial des Schweizer Marktes gibt’s bald hier nachzulesen. Eins vorweg: Im Land der Schokolade und der Uhren sind Online Marktplätze noch in den Kinderschuhen. Dennoch oder vielleicht gerade deshalb lohnt es sich, über den Zaun zu schauen und die Schweiz als profitablen Markt in Erwägung zu ziehen.

Zukunftsperspektiven auf der Future Retail Stage

Die tausenden Stühle waren schnell besetzt in der Arena der Keynote Speaker. Wissensdurstige Zuhörer und Zuhörerinnen erhofften sich einen kleinen Einblick hinter die Kulissen der Gipfelstürmer zu erhaschen.

Robert Gentz von Zalando sprach über die letzten zehn Jahre des Fashion-Marktplatzes. Der Erfolg von Zalando ist allseits bekannt, gerade wegen dem schnellen Wachstum steht Zalando mittlerweile vor ganz anderen Herausforderungen. Gentz betont die Effizienz von China und den USA, von denen Europa im E-Commerce noch einiges lernen kann. Aber nicht zu vergessen, Europa hat durch die vielen Länder, Sprachen und Kulturen einen erheblichen Nachteil. Es kostet mehr Effort, um die gleiche Anzahl Menschen zu erreichen, als in einem Land, indem eine Milliarde Menschen dieselbe Sprache sprechen.

Joseph Godsey von Adidas sprach über Costumer Obsession und die Unerlässlichkeit der Personalisierung zur Erzielung einer herausragenden Customer Experience. Adidas legt Wert auf jedes Feedback seiner Käufer. In einem Jahr haben sie 900’000 feedback surveys gesammelt und jedem Kunden angerufen, um sich jeweils genau anzuhören, was dieser zu sagen hat. Reviews sind extrem wichtig, das sollte sich jeder Online Shop bewusst sein. Kampagnen wie ‘Run for the Ocean’ und die neue Adidas App, ermöglichen hoch personalisierte Interaktionen mit den Konsumenten. Adidas kennt die Anzahl Schritte und den genauen Herzschlag jedes App-Users und weiss, nach wie vielen Jogging-Sessions der Läufer neue Schuhe braucht. Die Devise: Lerne deine Kunden kennen, nutze die Daten, die du über ihn gewinnen kannst und kreiere damit das optimale Produkt oder die zugeschneiderte Dienstleistung.

Moritz Keller, der mit seinem Bruder vor 13 Jahren Keller Sports gründete, begeisterte die Zuhörer mit der Gründerstory des Unternehmens. Mit einem bei H&M gekauften Mickey Mouse Shirt und einer einfacher Bedruckung der Buchstaben “I xxxed Minnie” machten die Jungs erhebliche Einnahmen im Internet. Dieses Erlebnis hat sie dazu bewogen, einen Online Shop zu starten. Nach 20 Monaten wurde Keller Spots bereits rentabel. Heute zählt das Unternehmen 250 Mitarbeiter und ist in 40 Ländern aktiv. Im Vortrag ging es vorwiegend um Kundenbindung – Keller Sports ist der einzige Sportshop mit kostenpflichtiger Membership – über ihre neue App ‘Keller Smiles’, mit der sie den Nerv der Kunden treffen konnten und über ihre neue Marke, die gestern offiziell gelauncht wurde: Keller X. “Unsere Zielgruppe, ihr Lifestyle”. Aus diesem Vortrag konnte man eine Message sicherlich mitnehmen: Um als Unternehmen erfolgreich zu sein, muss man erfinderisch und progressiv sein.

Den Rückblick abschliessen wollen wir mit Keynote Speaker Dr. Markus Schöberl von Amazon Deutschland. Laut Schöberl werden rund 50% der weltweit verkauften Artikel auf Amazon gekauft. Amazon tut alles, um auch kleine Händler den Einstieg ins Online Geschäft zu ermöglichen. Sie verstehen sich als ‘offenen Marktplatz’, der mit einer möglichst großen Anzahl Produkten und guten Preisen seinen Kunden das bieten kann, wonach sie suchen. Als offener Marktplatz tut Amazon alles, um allen Händlern die gleichen Startvoraussetzungen zu bieten und Prozesse zu vereinfachen. Gegen Ende des Interviews mit Schöberl wurde noch das Amazon Advertising angesprochen, die hauseigene Werbelösung auf dem Amazon Shop.

Ein kleiner Einblick in das Estrel Berlin

Nennenswert finden wir insbesondere die Aussage, die Schöberl zum Abschluss des Gesprächs machte: “Meine letzten Worte gehen nicht über Amazon, sondern sind ein Appell an die K5-Veranstalter. Es gibt viele Frauen in Führungspositionen in unserer Branche und eine Diversität an Vortragenden ist auch für die K5-Konferenz wünschenswert.” Nur eine der vielen Keynote Speakern war eine Frau und gerade mal 14 von allen 129 Speakern an beiden Tagen waren Frauen.

Wir sind auf alle Fälle froh, in Berlin dabei gewesen zu sein und an dieser innovativen und wachsenden Messe teilzunehmen. Das Themenspektrum war breit und gleichzeitig branchenrelevant, die Organisation einwandfrei und für Feinschmecker gab es Chocolate Fountains und Roastbeef vom Feinsten. An der Messe kann man sich bestens austauschen und sie bietet sich hervorragend für Networking an. Alle coffee corners, dinner tables, Meeting Points, Bars und Parties waren gefüllt mit gut gelaunten Besuchern und fliegenden Visitenkarten.

Nächstes Jahr werden wir einen eigenen Stand an der K5 haben und freuen uns bereits, Sie dort anzutreffen. Oder kommen Sie im September an unserem Stand an der DMexco in Köln!

Offizielles Recap Video der K5

Verfasst von Babette Bürgi
Marketing DACH